Die Rede des Paten
Taufrede als Pate: ein erstes Versprechen an Ihr Patenkind
Als Pate sprechen Sie nicht über das Kind, sondern zu ihm — und an die Familie, die Ihnen heute ihr Vertrauen schenkt. Diese Seite hilft Ihnen, ein paar Sätze zu finden, die warmherzig sind, ohne kitschig zu werden, und die spürbar machen, was das Patenamt für Sie bedeutet.
Was Ihre Rolle als Pate besonders macht
Der Pate steht der Taufe näher als fast jeder andere Gast. Sie übernehmen ein Amt, das weit über den Tag hinausreicht: Sie versprechen, da zu sein — bei Festen und bei Sorgen, in zwanzig Jahren genauso wie heute. Genau das macht eine Patenrede so dankbar zu halten. Sie müssen nicht die ganze Familie würdigen, keine Lebensbilanz ziehen. Es genügt, ehrlich zu sagen, warum Sie Ja gesagt haben.
Die meisten Paten unterschätzen, wie sehr ein einfacher, persönlicher Satz wirkt. Eltern, Großeltern und Gäste hören nicht auf eine perfekte Formulierung — sie hören, dass jemand dieses Kind von Herzen meint. Schreiben Sie also nicht für die Galerie, sondern für das Kind, das eines Tages nachlesen darf, was Sie ihm an seinem Tauftag mitgegeben haben.
Was in eine Taufrede als Pate gehört
Vier Bausteine tragen fast jede Patenrede: ein warmer Einstieg an das Kind und die Familie, ein Wort darüber, was das Patenamt für Sie heißt, ein kleiner persönlicher Wunsch für den Lebensweg und ein Schlussgedanke, der bleibt. Wenn Glaube und Segen in Ihrer Familie Thema sind, dürfen sie maßvoll vorkommen — ein Segenswunsch, ein Spruch, ein Versprechen vor Gott. Wenn nicht, bleibt die Rede einfach herzlich-weltlich, und das ist völlig genug.
Konkretes schlägt Allgemeines. Statt „Ich wünsche dir alles Gute" wirkt „Ich wünsche dir, dass du immer jemanden hast, der mit dir lacht, wenn etwas schiefgeht" — weil es ein Bild erzeugt. Notieren Sie ein, zwei solche Wünsche, bevor Sie zu schreiben beginnen.
Ein bewährter Aufbau
Beginnen Sie nicht mit „Liebe Anwesende", sondern mit dem Kind: „Liebe Emma, heute ist dein Tag, auch wenn du es noch verschläfst." So sind alle sofort bei Ihnen. Danach ein Satz an die Eltern — ein Dank für das Vertrauen, das in einem Patenamt steckt. In der Mitte steht Ihr Versprechen: was Sie dem Kind sein wollen. Zum Schluss ein Wunsch und ein warmer letzter Gedanke. Ein bis zwei Minuten reichen vollkommen; das sind etwa 150 bis 250 Wörter. Mehr darf es sein, muss es aber nicht.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Ratgeber Taufrede schreiben.
Formulierungsbeispiele
Drei Beispiele, wie konkrete Sätze in einer Taufrede als Pate klingen können:
„Als deine Eltern mich gefragt haben, ob ich dein Pate werde, habe ich keine Sekunde gezögert — und genauso wenig werde ich zögern, wenn du mich irgendwann einmal brauchst."
„Ich kann dir nicht versprechen, dass ich immer die richtige Antwort habe. Aber ich verspreche dir, dass ich immer ans Telefon gehe."
„Ich wünsche dir Menschen, die dich halten, Mut für deine eigenen Wege — und ab und zu einen Paten, der dir Dinge erlaubt, die deine Eltern dir verbieten würden."
Weitere vollständige Reden in verschiedenen Tonlagen finden Sie auf unserer Seite mit Beispielen für Taufreden.
Häufige Fragen
Muss ich als Pate in der Taufrede über Gott sprechen?
Nein. Eine Patenrede kann durch und durch weltlich-warm sein. Wenn Glaube in der Familie eine Rolle spielt, dürfen ein Segenswunsch oder ein kurzes Versprechen vor Gott vorkommen — maßvoll und ehrlich. Fühlt sich das für Sie fremd an, lassen Sie es weg. Eine Rede, die nach Ihnen klingt, ist immer besser als eine, die nach Kirchenheft klingt.
Wie lang sollte die Rede des Paten sein?
Kurz. Ein bis zwei Minuten sind ideal — bei einer Taufe sind viele Gäste mit einem Säugling unterwegs, die Aufmerksamkeitsspanne ist begrenzt. Lieber drei ehrliche Sätze als eine Minute Floskeln. Wer es noch knapper braucht, findet Hilfe auf unserer Seite kurze Taufrede.
Wann halte ich die Rede — in der Kirche oder bei der Feier?
In der Regel bei der Feier danach, nicht während des Gottesdienstes. Sprechen Sie sich vorher mit den Eltern ab, ob und wann ein Wort von Ihnen erwünscht ist — bei manchen Tauffeiern sagen mehrere Paten oder Großeltern etwas, dann lohnt eine kurze Reihenfolge.
Weitere Rollen und Anlässe
Vielleicht hilft Ihnen auch eine unserer anderen Seiten: die Taufrede als Patin, die Taufrede der Mutter, die Taufrede des Vaters oder die Taufrede der Großeltern.
Wenn die eigenen Worte fehlen
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